Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
Wir Menschen bewohnen nur einen kleinen Teil der Erde und dass sie auch der blaue Planet genannt wird, ist kein Zufall – denn die Weltmeere bedecken mehr als zwei Drittel des Planeten. Damit bilden sie das größte Ökosystem der Welt. Wenn dieses System gestört wird, hat das Auswirkungen auf uns alle. Denn ohne die Ozeane hat auch das Leben an Land keine Chance. Die Ozeane versorgen uns mit Nahrung, Sauerstoff und regulieren das Klima, indem sie etwa ein Viertel der CO₂-Emissionen aufnehmen, die wir verursachen. Da die CO₂-Emissionen aber jahrzehntelang angestiegen sind, ist das Ökosystem Meer aus dem Gleichgewicht geraten. Der Klimawandel führt so zu einer Versauerung der Ozeane, die das Leben der Meeresbewohner bedroht. Auch Überfischung und die Verschmutzung der Meere zerstört diesen einzigartigen Lebensraum.
Was beinhaltet Ziel 14?
- Schutz mariner Lebensräume: Erhalt und Schutz der Ozeane, Meere und marinen Lebensräume an.
- Nachhaltige Fischerei: Förderung nachhaltiger Fischereipraktiken, um die Artenvielfalt der Meeresökosysteme zu bewahren.
- Verringerung von Meeresverschmutzung: Die Reduzierung von Meeresverschmutzung und Plastikmüll.
Wie ist die Situation in Deutschland?
Im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer ändern sich die Lebensräume mit bisher nicht gekannter Geschwindigkeit – neben den vielen Tierarten bedroht das auch die Bewohner der Küste, die Fischerei und den Tourismus in dieser Gegend. Es braucht deshalb nachhaltige Konzepte, um natürliche Anpassung an den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel zu ermöglichen und gleichzeitig den Menschen und der Wirtschaft dort eine Zukunft zu geben.1
In deutschen Oberflächengewässern sind 99 Prozent der Gewässer laut einem EU-Bericht chemisch verschmutzt, mindestens 71 Prozent zudem durch Einleitungen der Landwirtschaft.2 Das führt unter anderem zu einer hohen Konzentration von Stickstoff in den Meeren und in der Folge zu Eutrophierungseffekten wie Sauerstoffmangel und einem Verlust an Biodiversität.
Zuletzt ist der Stickstoffgehalt in der deutschen Nord- und Ostsee gestiegen. Während die Ostsee dabei noch im Zielbereich liegt, sieht es bei Nordsee aktuell nicht so aus, als ob das Ziel erreicht werden wird.3 Europaweit sind immerhin noch 39,5 Prozent der Oberflächengewässer in einem guten ökologischen Zustand.4
Wir ersticken uns zu Tode mit dem ganzen Plastik, das wir weg werfen. Es tötet unsere Meere. Wir nehmen es in uns auf, durch den Fisch, den wir essen.
Kevin Bacon, amerikanischer Schauspieler
Ziel 14 sieht vor, dass die negativen Auswirkungen der Fischerei auf ein Minimum reduziert werden. Alle wirtschaftlich genutzten Fischbestände in der Nord- und Ostsee sollen nachhaltig bewirtschaftet werden. Im Jahr 2018 lag der Anteil der nachhaltig genutzten Bestände bei 51,7 Prozent im Jahr 2023 bei rund70 Prozent. Trotz dieser positiven Entwicklung würde das Ziel 2030 bei gleichbleibendem Tempo knapp verfehlt, weitere Anstrengungen sind also notwendig.5
Wie ist die Situation international?
Die Zahl sogenannter toter Zonen in Küstengewässern ist stark angestiegen. Damit gemeint sind Wassergebiete, deren Sauerstoffgehalt so niedrig ist, dass Fische und andere Meereslebewesen dort nicht mehr leben können. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 500 solcher Zonen mit einer Fläche von 250.000 Quadratkilometern, die Zahl hat sich seit den 1960ern alle zehn Jahre verdoppelt.6 Zu einem solchen Sauerstoffmangel im Wasser kommt es durch Eutrophierung, also wenn sich durch den Menschen zu viele Nährstoffen in den Gewässern sammeln. Ein Hauptgrund: Stickstoffhaltiges Wasser aus der Landwirtschaft gelangt über die Flüsse in die Ozeane.
Zudem ist die Meeresverschmutzung durch Müll eine große Herausforderung, in einigen Regionen mehr als in anderen. Jedes Jahr landen etwa zehn Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen, die sich nicht biologisch abbauen, sondern in immer kleinere Teilchen zerfallen.7 Da Meerestiere die kleinen Plastikteilchen aufnehmen, gelangen diese auch in die menschliche Nahrungskette. Ohne entschiedene Maßnahmen werden sich die geschätzten elf Millionen Tonnen Plastik, die derzeit jährlich ins Meer gelangen, in den nächsten zwanzig Jahren verdreifachen.8
Die zentrale Herausforderung für die Meere ist jedoch der Klimawandel. Das Tempo mit dem die Temperaturen in den Meeren steigen hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt, mit weitreichenden Folgen. 44 Prozent der ökologisch wichtigen Korallenriffe könnten bald sterben. Erreicht die Welt eine Erwärmung von zwei Grad, könnten alle Riffe sterben. Das hat Folgen für die Ernährungssicherheit vieler Küstenbewohner, Biodiversität und Klimaresilienz – denn nur gesunde Meere können die Folgen des Klimawandels weiterhin abmildern.9
Podcast-Folge zu Ziel 14
Ziel 14 erklärt für Kinder & Familien
Fast drei Viertel der Erde bestehen aus Wasser und hier, in den Meeren, leben unglaublich viele Pflanzen und Tiere. Aber durch unachtsames Handeln von uns Menschen landet viel
Plastikmüll im Meer. Fische, Vögel und Schildkröten denken, es sei etwas zu essen, fressen es und werden krank davon oder verfangen sich darin. Stell dir vor, du gehst schwimmen
und statt Fischen siehst du nur alte Plastiktüten und Flaschen um dich herum - eine furchtbare Vorstellung, oder?!
Leider wird in jeder einzelnen Minute so viel Plastik ins Meer gekippt, wie in einen riesigen Lastwagen passt! Das ist so viel Plastik, dass es im Meer inzwischen riesige Inseln aus Müll gibt. Die größte davon ist fast fünfmal so groß wie ganz Deutschland! Wenn wir so weitermachen, wird es im Jahr 2050 in den Weltmeeren mehr Plastik geben als Fische. Wir müssen also unsere Ozeane sauber halten, damit sie ein sicheres Zuhause für Wale, Korallen und Fische bleiben.
Was kannst du tun?
Schnappe dir zu Hause eine Stofftasche, wenn du einkaufen gehst, statt dir Plastiktüten im Supermarkt geben zu lassen. Je weniger Plastik wir verbrauchen, desto weniger kann im Meer landen!
- Werde zum Inhaltsstoff-Checker im Badezimmer! In manchen Duschgels oder Peelings versteckt sich flüssiges Plastik oder winzige Kügelchen (Mikroplastik). Das fließt beim Duschen einfach durch den Abfluss bis ins Meer. Schau mit deinen Eltern nach Produkten, die als „plastikfrei“ gekennzeichnet sind. So bleibt das Wasser schon bei dir zu Hause sauber.
- Sag öfter mal: „Nein danke!“ Wenn du unterwegs ein Getränk kaufst, verzichte auf Plastik-Strohhalme oder Einwegbecher. Nutze lieber deine eigene Trinkflasche, die du immer wieder
auffüllen kannst. Jeder Becher, der gar nicht erst hergestellt wird, kann eine Schildkröte im Meer in Gefahr retten.
Mehr Informationen:
Unterziele
Unterziel 14.1
Verringerung der Meeresverschmutzung
Unterziel 14.2
Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen
Unterziel 14.3
Reduzierung der Versauerung der Ozeane
Unterziel 14.4
Nachhaltige Fischerei
Unterziel 14.5
Erhaltung von Küsten- und Meeresgebieten
Unterziel 14.6
Beendigung von Subventionen, die zur Überfischung beitragen
Unterziel 14.7
Erhöhung der wirtschaftlichen Vorteile aus nachhaltiger Nutzung der Meeresressourcen
Unterziel 14.A
Erhöhung von wissenschaftlichen Kenntnissen, Forschung und Technologie für die Gesundheit der Ozeane
Unterziel 14.B
Unterstützung von Kleinfischern
Unterziel 14.C
Umsetzung des internationalen Seerechtsübereinkommens
Unterziel 14.1
Verringerung der Meeresverschmutzung
Unterziel 14.2
Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen
Unterziel 14.3
Reduzierung der Versauerung der Ozeane
Unterziel 14.4
Nachhaltige Fischerei
Unterziel 14.5
Erhaltung von Küsten- und Meeresgebieten
Unterziel 14.6
Beendigung von Subventionen, die zur Überfischung beitragen
Unterziel 14.7
Erhöhung der wirtschaftlichen Vorteile aus nachhaltiger Nutzung der Meeresressourcen
Unterziel 14.A
Erhöhung von wissenschaftlichen Kenntnissen, Forschung und Technologie für die Gesundheit der Ozeane
Unterziel 14.B
Unterstützung von Kleinfischern
Unterziel 14.C
Umsetzung des internationalen Seerechtsübereinkommens