Ziel 1: Armut in allen ihren For­men und über­all been­den.

Jeder zehnte Mensch auf der Welt hat nur drei US-Dollar pro Tag für Essen, Trinken, Kleidung und alles, was wir sonst noch zum Leben brauchen.1 Das heißt, von dem Geld könnten wir uns nicht mal eben so eine Limo kaufen, eine Kugel Eis verputzen, uns ein Ticket für den Bus in die Stadt kaufen und dort shoppen gehen. Wir könnten uns keine Schulmaterialien, Essen oder gar ein Handy leisten. Zudem leben die meisten extrem armen Menschen in ländlichen Regionen ohne Anschluss an eine funktionierende Infrastruktur, besonders oft leiden Kinder darunter.

Was beinhaltet Ziel 1?

  • Ende der extremen Armut: Bis 2030 soll niemand mehr in extremer Armut leben, also von weniger als drei US-Dollar pro Tag.
  • Zugang ermöglichen: Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Chancen beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Vermögen und natürlichen Ressourcen haben.
  • Verringerung von Ungleichheit: Wirtschaftliche Chancen sollen gerecht verteilt werden, um sozialen Ausschluss und Ungerechtigkeit zu minimieren.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Die Bekämpfung der Armut ist das oberste Ziel der Agenda 2030. Der Anteil der in Armut lebenden Menschen soll halbiert werden, gemessen an der jeweiligen nationalen Definition. Damit betrifft dieses Ziel auch reiche Länder wie Deutschland.

Im Jahr 2024 war fast jede siebte Person in Deutschland armutsgefährdet, im Vergleich zum Vorjahr sind eine Millionen Menschen dazugekommen.2 Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Für einen Ein-Personen-Haushalt in Deutschland lag die Grenze der Armutsgefährdung 2024 bei 1.378 Euro pro Monat.3.

Eine Million Kinder in Deutschland sind arm, so eine Berechnung von UNICEF – das ist eins von 14 Kindern. Das bedeutet ihre Grundbedürfnisse werden nicht erfüllt, sie bekommen keine vollwertigen Mahlzeiten und nehmen kaum an Freizeitaktivitäten mit anderen Kindern teil.4 Dabei hängt das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sehr stark von der Bildung der Eltern ab – nicht alle haben also die gleichen Startbedingungen.  Diese Chancenungleichheit zeigt sich auch in Zahlen: Mehr als ein Drittel der unter 18-Jährigen (36,8 Prozent), deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss haben, sind von Armut betroffen.5 Das liegt daran, dass Menschen, die in Armut leben nicht die Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen wie Menschen aus reichen Elternhäusern.  Wer wenig Geld hat, muss oft auf wichtige Dinge verzichten - zum Beispiel auf neue, hochwertige Kleidung oder Möbel. 3,9 Prozent der Menschen können es sich finanziell nicht leisten, mindestens zwei Paar passende Schuhe in gutem Zustand zu besitzen oder ihre abgenutzten Möbel zu ersetzen (15,1 Prozent).6

 

Armut ist nicht natürlich, sie wurde von den Menschen geschaffen und kann deshalb überwunden, sowie durch geeignete Maßnahmen ausgerottet werden. Die Beseitigung der Armut ist kein Akt der Barmherzigkeit, sondern der Gerechtigkeit.

Nelson Mandela, Friedensnobelpreisträger

Armut verfestigt sich unter anderem dort, wo es wenig Begegnungs- und Bildungsangebote gibt. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder erhöhen beispielsweise das Armutsrisiko von Alleinerziehenden. Denn Eltern müssen ihre Arbeitszeit reduzieren, um ihre Kinder betreuen zu können. Das führt zu einer niedrigeren Rente und im Falle eines Arbeitsplatzverlustes zu einem geringeren Anspruch auf Arbeitslosengeld. Armutsbekämpfung erfordert daher unter anderem die Sicherung und den Ausbau einer flächendeckenden sozialen Infrastruktur.7

Wie ist die Situation international?

In den letzten 25 Jahren konnten sich bereits 1,5 Milliarden Menschen aus  extremer Armut befreien. Extreme Armut bis 2030 auszulöschen, wird dennoch immer unwahrscheinlicher, das liegt an den Folgen der Covid-19-Pandemie, wirtschaftlicher Instabilität, Klimaschocks und einem schleppenden Wachstum in großen Teilen Afrikas. 2025 leben 808 Millionen Menschen weiterhin in extremer Armut und die UN rechnet damit, dass nur jedes fünfte Land die Zahlen bis 2030 halbieren kann.8

Frauen sind besonders von extremer Armut betroffen – 355 Millionen Mädchen und Frauen sind es weltweit, rund 20 Millionen mehr als bei den Männern und Jungen. Ein Grund dafür ist der ungleiche Zugang zum Arbeitsmarkt. Frauen leisten überproportional viel unbezahlte Care-Arbeit, die sich häufig nur schwer mit einer angemessen bezahlten Erwerbstätigkeit verbinden lässt. Dazu haben Frauen häufig keinen Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen wie Land, Krediten und Erbe, die einen Weg aus der Armut ebnen könnten. Aber: Mit entschiedenen Maßnahmen unter anderem im Bereich Bildung und Gleichberechtigung könnte die Zahl sich bis 2050 auf 128 Millionen reduzieren, errechnet die UN-Frauenorganisation.9

Podcast-Folge zu Ziel 1

Warum Frauen der Weg aus der Armut sind

Ziel 1 erklärt für Kinder & Familien

Weltweit leben viele Millionen Menschen in extremer Armut. Das bedeutet, sie haben nicht genug Geld für Essen, Kleidung oder ein Zuhause. Ihnen knurrt ständig der Magen und sie
werden schneller krank. Außerdem fühlen sie sich oft schmutzig und haben kein Dach über dem Kopf, egal ob es regnet oder eisig kalt ist. Wusstest du, dass weltweit fast jedes fünfte
Kind in extremer Armut lebt? Das sind insgesamt über 400 Millionen Kinder – also unvorstellbar viele! Wenn man sie alle in einer Reihe aufstellen würde, würde diese Kette mehrmals um die ganze Erde reichen. Aber Menschen,
die einen Beruf haben und fair bezahlt werden, können ein besseres Leben führen. Die Grundlage dafür ist Bildung. Wofür gute Bildung noch wichtig ist, findest du bei Ziel 4.

Was kannst du tun?

Spende Kleidung, Spielzeug oder Schulmaterial an Kinder, die es brauchen.

Kind mit Spendenbox

- Halte die Augen offen! Vielleicht gibt es in deiner Schule oder Nachbarschaft Kinder, die sich keinen Ausflug oder kein abwechslungsreiches Pausenbrot leisten können. Du kannst
helfen, indem du teilst – egal ob es ein Spielzeug oder ein Apfel in der Pause ist oder du dich traust jemanden einzuladen und ihr gemeinsam spielt oder einfach nur redet. Niemand sollte sich allein fühlen, nur weil das Geld knapp ist.


- Schau dich mal in deinem Kinderzimmer um: Gibt es Bücher oder Spiele, die du gar nicht mehr benutzt? Zusammen mit deinen Eltern kannst du sie zu einem Sozialkaufhaus oder
einer Sammelstelle bringen. So haben auch andere Kinder Freude daran, deren Eltern vielleicht gerade nicht viel Geld haben.

Unterziele

Unterziel 1.1

Extreme Armut been­den

Unterziel 1.2

Armut um min­des­tens 50% redu­zie­ren

Unterziel 1.3

Sozi­ale Schutz­sys­teme imple­men­tie­ren

Unterziel 1.4

Glei­che Rechte auf Besitz, grund­le­gende Dienst­leis­tun­gen, Tech­no­lo­gie und wirt­schaft­li­che Res­sour­cen

Unterziel 1.5

Wider­stands­fä­hig­keit gegen­über Umwelt-, Wirt­schafts- und Sozi­al­ka­ta­s­tro­phen auf­bauen

Unterziel 1.A

Res­sour­cen mobi­li­sie­ren, um Pro­gramme zur Been­di­gung der Armut umzu­set­zen

Unterziel 1.B

Armut­s­o­ri­en­tierte und geschlech­ter­sen­si­ble poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen

Unterziel 1.1

Extreme Armut been­den

Unterziel 1.2

Armut um min­des­tens 50% redu­zie­ren

Unterziel 1.3

Sozi­ale Schutz­sys­teme imple­men­tie­ren

Unterziel 1.4

Glei­che Rechte auf Besitz, grund­le­gende Dienst­leis­tun­gen, Tech­no­lo­gie und wirt­schaft­li­che Res­sour­cen

Unterziel 1.5

Wider­stands­fä­hig­keit gegen­über Umwelt-, Wirt­schafts- und Sozi­al­ka­ta­s­tro­phen auf­bauen

Unterziel 1.A

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Unterziel 1.B

Armut­s­o­ri­en­tierte und geschlech­ter­sen­si­ble poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen

Unterziel 1.1

Extreme Armut been­den

Unterziel 1.2

Armut um min­des­tens 50% redu­zie­ren

Unterziel 1.3

Sozi­ale Schutz­sys­teme imple­men­tie­ren

Unterziel 1.4

Glei­che Rechte auf Besitz, grund­le­gende Dienst­leis­tun­gen, Tech­no­lo­gie und wirt­schaft­li­che Res­sour­cen

Unterziel 1.5

Wider­stands­fä­hig­keit gegen­über Umwelt-, Wirt­schafts- und Sozi­al­ka­ta­s­tro­phen auf­bauen

Unterziel 1.A

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Unterziel 1.B

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Tu Du's

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Nutze Splitt statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere.

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Wechsel noch heute zu einem Öko­strom­anbieter.

Unterstütze eine öko­logische Land­wirt­schaft, sie schont die Böden.

Unterstütze Organi­sationen, deren Ziel sauberes Wasser für alle ist.

Fordere öffentliche Insti­tu­tionen wie Uni­ver­sitä­ten und Bi­blio­the­ken auf, jedem einen Internet­zugang zu ermöglichen.

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Kaufe regionale Produkte.

Spare Strom, indem du den Stecker bei Produkten ziehst, die du nicht benutzt.

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Gehe wählen.

Überlege, welche Erfindung deine Stadt besser machen würde.

Führe einen Stromspar-Tag ein.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

Organisiere Stadt­entwicklungs­wettbewerbe.

Verzichte auf Plastik­tüten und nimm einen Stoff-Beutel mit zum Einkaufen.

Beteilige dich an Crowd­sourcing-Aktionen.

Tritt für bessere Bezahlung von Pflege­kräften ein.

Mache Druck bei Politikern.

Unterschreibe Petitionen, die nicht-nach­haltige Stadt­entwick­lungs­projekte stoppen.

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Melde dich als freiwilliger Vorleser beim Netzwerk „Vorlesen".

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

Repariere einen tropfenden Wasser­hahn oder un­dichten Spülkasten.

Kaufe Lebens­mittel für Be­dürf­tige, viele Super­märkte machen regel­mässige Aktionen.

Informiere dich über Produk­tions­beding­ungen und ent­scheide dich für faire Unter­nehmen.

Gehe Blut spenden.

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Fahre mehr Bahn, so verur­sachst du weniger Smog und weniger Lärm.

Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

Organisiere und engagiere dich z.B. in Gewerk­schaften.

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

Unterstütze Projekte, die sich gegen Genital­verstüm­melung einsetzen.

Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

Werde Förder­mitglied bei Orga­nisa­tionen, die sich für die 17 Ziele einsetzen.

Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

Nutze Naturbäder statt chlor­gereinigte Schwimm­bäder.

Spende alte Lehrbücher oder Bücher.

Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

Trinke Leitungswasser.

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Gieße deine Pflanzen mit Regen­wasser.

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Iss öfter vegetarisch und redu­ziere deinen Fleisch­konsum.

Spende alte Fahrräder.

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