Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
Gleichzeitig steigen die Mieten weiter deutlich. Das betrifft in Deutschland so viele Menschen wie in keinem anderen EU-Land: 52,8 Prozent der Menschen wohnen hier zur Miete.6 Im Jahr 2024 haben sie in Deutschland rund ein Viertel ihres Einkommens für die Miete ausgegeben.7 Für Menschen mit geringem Einkommen ist der Anteil nochmal höher. So wird Mieten zum Armutsrisiko – Geringverdiener*innen werden immer weiter aus den Innenstädten verdrängt und so auch von Infrastruktur und sozialem Leben abgeschnitten.
Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrrad- und Fußverkehr sind Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklungsstrategie. Diese muss den ländlichen Raum mitdenken. Denn die Lebensqualität und den Zugang zu Mobilität, Bildung und Infrastruktur in Stadt und Land anzugleichen, bedeutet auch, dem demografischen Druck auf die Städte entgegenzuwirken und ländliche Regionen zu attraktiven Standpunkten für Wirtschaft und Innovation zu machen. Neben Plänen zur Stadtentwicklung setzt Deutschland deshalb auf die Entwicklung ländlicher Regionen, um die Lebensqualität auf dem Land und in der Stadt gleichwertig zu gestalten.
Was beinhaltet das Ziel 11?
- Nachhaltige Stadtentwicklung: Förderung von sicheren, inklusiven und nachhaltigen Städten und Siedlungen.
- Zugang zu Verkehrssystemen: Alle Menschen sollen Zugang zu sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Verkehrssystemen haben.
- Verbesserung der städtischen Resilienz: Städte widerstandsfähig gegenüber Umweltbelastungen machen.
Wie ist die Situation in Deutschland?
Über 70 Prozent der deutschen Bevölkerung lebt in Großstädten oder deren Umland.1 Wie Städte als lebenswerte Orte gestaltet und nachhaltig aufgestellt werden können, ist deshalb eine zentrale Herausforderung. Auf der einen Seite sollen Städte Umwelt und Klima möglichst wenig negativ belasten, zum anderen müssen sie für die Folgen des Klimawandels wie zunehmenden Hitzestress vorbereitet werden.2 Seit 2024 sollen alle Kommunen Klimaanpassungskonzepte vorlegen – rund 40 Prozent der Kommunen geben zu diesem Zeitpunkt an bereits erste Maßnahmen ergriffen zu haben.3
Gleichzeitig ist die Haushaltslage in vielen deutschen Kommunen katastrophal. Das behindert auch deutlicheren Fortschritt auf dem Weg zu nachhaltigen Städten. 72 Prozent geben fehlende finanzielle Ressourcen und 80 Prozent fehlendes Personal als Hemmnisse für mehr Maßnahmen an.4 Eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen ist nötig, um diese Aufgaben zu stemmen.
Mit diesen Herausforderungen sind alle deutschen Kommunen konfrontiert – in Großstädten prallen die verschiedenen Bedürfnisse und Herausforderungen aber am unmittelbarsten aufeinander. Der dringend benötigte, bezahlbare Wohnraum muss ökologisch verträglich geschaffen werden. Dazu dienen unter anderem Förderungen und Regeln für energetischen Neubau und Sanierung wie im Gebäudeenergiegesetz festgelegt.5
Städte sind Orte, an denen der Kampf für nachhaltige Entwicklung gewonnen oder verloren wird
Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, 2012
Wie ist die Situation international?
Weltweit ist die Entwicklung ähnlich, jeder zweite Mensch lebt heute in einer Stadt – bis zum Jahr 2050 könnten es bis zu drei Viertel der Weltbevölkerung sein. Städte sind Ballungszentren der Wirtschaft und der Innovation – sie produzieren rund 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Doch gleichzeitig verursachen sie bis zu 75 Prozent des menschlichen CO2-Ausstoßes. Doch die Menschen in den Städten sind besonders durch die Folgen des Klimawandels bedroht, da 90 Prozent der globalen Großstädte in Küstenregionen liegen.
Der Handlungsbedarf ist entsprechend enorm. In vielen Ländern des globalen Südens leben noch immer über 50 Prozent der städtischen Bevölkerung in Slums, in Teilen Afrikas, zum Beispiel im Tschad, sind es sogar über 80 Prozent. Doch einige Ländern haben in den letzten Jahren auch sichtbare Fortschritte gemacht. So ist in Burkina Faso der Anteil der städtischen Bevölkerung, die in Slums leben, seit dem Jahr 2000 von 82,2 Prozent auf 26,6 Prozent im Jahr 2020 gesunken.8
Podcast-Folge zu Ziel 11
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Unterziele
Unterziel 11.1
Sicherer und bezahlbarer Wohnraum
Unterziel 11.2
Bezahlbare und nachhaltige Verkehrssysteme
Unterziel 11.3
Inklusive und nachhaltige Urbanisierung
Unterziel 11.4
Schutz des Weltkultur- und -naturerbes
Unterziel 11.5
Reduzierung der negativen Auswirkungen von Naturkatastrophen
Unterziel 11.6
Reduzierung der Umweltbelastung von Städten
Unterziel 11.7
Zugang zu sicheren und inklusiven Grünflächen und öffentlichen Räumen
Unterziel 11.A
Verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung
Unterziel 11.B
Maßnahmen zur Inklusion, Ressourceneffizienz und Katastrophenrisikominderung implementieren
Unterziel 11.C
Unterstützung der am wenigsten entwickelten Länder bei nachhaltigem und widerstandsfähigem Bauen
Unterziel 11.1
Sicherer und bezahlbarer Wohnraum
Unterziel 11.2
Bezahlbare und nachhaltige Verkehrssysteme
Unterziel 11.3
Inklusive und nachhaltige Urbanisierung
Unterziel 11.4
Schutz des Weltkultur- und -naturerbes
Unterziel 11.5
Reduzierung der negativen Auswirkungen von Naturkatastrophen
Unterziel 11.6
Reduzierung der Umweltbelastung von Städten
Unterziel 11.7
Zugang zu sicheren und inklusiven Grünflächen und öffentlichen Räumen
Unterziel 11.A
Verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung
Unterziel 11.B
Maßnahmen zur Inklusion, Ressourceneffizienz und Katastrophenrisikominderung implementieren
Unterziel 11.C
Unterstützung der am wenigsten entwickelten Länder bei nachhaltigem und widerstandsfähigem Bauen