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Equal Care Day - Aktionstag für eine faire Verteilung und höhere Wertschätzung von Care-Arbeit

Der Equal Care Day macht auf die unfaire Verteilung und mangelnde Wertschätzung von Care-Arbeit aufmerksam. Doch was ist Care-Arbeit überhaupt?

Care bedeutet übersetzt „Sorge“, „Fürsorge“ oder auch „Pflege“. Das lässt an Alten- und Krankenpflege denken. Mit dem Begriff „Care“ ist aber noch mehr gemeint. Er umfasst alle Tätigkeiten, die im weitesten Sinne mit „sich kümmern“ zu tun haben, also die Betreuung und Erziehung von Kindern, die Pflege alter oder kranker Menschen, Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, Aufrechterhalten sozialer Kontakte und Netzwerke, Organisation des Familienlebens und auch Haushaltsaufgaben wie Kochen, Putzen oder Einkaufen.

Unsichtbarkeit von Care-Arbeit

Alle diese Tätigkeiten sind unerlässlich für eine soziale und funktionierende Gesellschaft. Trotzdem erhalten sie oft nur wenig Anerkennung. Im beruflichen Care-Sektor wird die fehlende Wertschätzung auch durch eine vergleichsweise geringe Bezahlung und oft schlechte Arbeitsbedingungen spürbar. Die unbezahlte Care-Arbeit im privaten Bereich wird oft gar nicht als Arbeit wahrgenommen. Sie ist „unsichtbar“ oder wird als selbstverständlich angesehen. Doch auch und gerade hier erfordern Care-Tätigkeiten viel Zeit, Engagement und Verantwortung. Dieser „Unsichtbarkeit“ von Care-Arbeit soll mit dem Aktionstag entgegengewirkt werden.

Gender-Care-Gap

Der Großteil der Care-Arbeit wird von Frauen übernommen. Obwohl heutzutage die meisten Frauen erwerbstätig sind, übernehmen sie im Privaten dennoch durchschnittlich fast 53 Prozent mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer. Im beruflichen Bereich wird sogar 80 Prozent der Care-Arbeit von Frauen geleistet. In Anlehnung an den bekannten Begriff Gender-Pay-Gap wird diese ungleiche Verteilung von Sorgearbeit auch als Gender-Care-Gap bezeichnet. Diese Lücke zwischen der von Männern und der von Frauen aufgewandten Zeit für Care-Tätigkeiten, ist bei Paaren durchschnittlich umso kleiner, je besser sie finanziell dazu in der Lage sind, diese Tätigkeiten auszulagern. Bei Paaren mit einem kleineren Gender-Care-Gap übernimmt also in der Regel nicht der Mann mehr Care-Arbeit, sondern Aufgaben wie Putzen oder Babysitting werden an dritte Personen ausgelagert. Statistisch gesehen sind dies auch meist Frauen, oft mit Migrationshintergrund und zum Teil illegal beschäftigt. Zu mehr Anerkennung und fairer Verteilung von Fürsorge-Arbeit führt das also nicht.

Viele beschriftete Post-It Zettel kleben im Gesicht einer Person und um sie herum © Unsplash

Mental Load

Zu Care-Tätigkeiten gehört immer auch „Mental Load“. Damit gemeint ist die Planung und Organisation von Aufgaben, nicht nur deren Ausführung. In vielen heterosexuellen Beziehungen übernehmen Frauen auch hier den Großteil der Arbeit. So ist es oft die Mutter, die daran denkt, dass das Kind die Sportsachen mit zur Schule nimmt, bis wann eine Rechnung bezahlt werden muss, die Verwandten und Bekannten zum Geburtstag gratuliert und ihren Partner noch an seinen Zahnarzttermin erinnert. Am Equal Care Day soll auf die unfaire Verteilung von Care-Arbeit und Mental Load aufmerksam gemacht werden.

Equal Care Day

Der Equal Care Day wurde von Almut Schnerring und Sascha Verlan ins Leben gerufen. Beide sind freiberuflich journalistisch tätig und leben zusammen mit ihren drei Kindern, wobei sie versuchen Equal Care auch privat umzusetzen. Die Initiative Equal Care Day ist ein Zusammenschluss aus derzeit rund 40 Ehrenamtlichen und finanziert sich aktuell aus Spenden und Fördermitgliedschaften des Trägervereins klische*esc.

Für den Equal Care Day wurde der 29. Februar gewählt. In Jahren, die keine Schaltjahre sind, wird er am 1. März begangen. Das Datum steht symbolisch für die Unsichtbarkeit von Sorge-Aufgaben. Dass der 29. Februar nur alle vier Jahre im Kalender steht, passt außerdem zum Geschlechterverhältnis in der Care-Arbeit: Frauen leisten durchschnittlich viermal mehr Care-Arbeit als Männer.

Das kannst du tun:

  • Mache dir bewusst, welche Aufgaben in deiner Familie oder in deinem Haushalt gemacht werden müssen. Überlege, ob die Arbeit fair verteilt ist. Sprich mit den anderen Mitgliedern deiner Familie oder deines Haushalts darüber.
  • Bringe Menschen, die (bezahlte oder unbezahlte) Care-Arbeit leisten, Wertschätzung für ihre Arbeit entgegen.
  • Setze dich für die bessere Bezahlung von Pflegekräften ein.
  • Hinterfrage Geschlechterrollen und Klischees.

Weitere Informationen

Tu Du's

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Beteilige dich an Crowd­sourcing-Aktionen.

Spende alte Lehrbücher oder Bücher.

Nutze Splitt statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere.

Wechsel noch heute zu einem Öko­strom­anbieter.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Fordere öffentliche Insti­tu­tionen wie Uni­ver­sitä­ten und Bi­blio­the­ken auf, jedem einen Internet­zugang zu ermöglichen.

Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Unterstütze Projekte, die sich gegen Genital­verstüm­melung einsetzen.

Repariere einen tropfenden Wasser­hahn oder un­dichten Spülkasten.

Melde dich als freiwilliger Vorleser beim Netzwerk „Vorlesen".

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

Unterstütze Organi­sationen, deren Ziel sauberes Wasser für alle ist.

Organisiere und engagiere dich z.B. in Gewerk­schaften.

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

Tritt für bessere Bezahlung von Pflege­kräften ein.

Trinke Leitungswasser.

Spare Strom, indem du den Stecker bei Produkten ziehst, die du nicht benutzt.

Nutze Naturbäder statt chlor­gereinigte Schwimm­bäder.

Mache Druck bei Politikern.

Gehe Blut spenden.

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Besuche Kleider­tausch­börsen und Second Hand Shops.

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

Gieße deine Pflanzen mit Regen­wasser.

Gehe wählen.

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Iss öfter vegetarisch und redu­ziere deinen Fleisch­konsum.

Kaufe Lebens­mittel für Be­dürf­tige, viele Super­märkte machen regel­mässige Aktionen.

Spende alte Fahrräder.

Kaufe regionale Produkte.

Achte beim Einkauf auf biolo­gisch und nach­haltig erzeugte Produkte.

Führe einen Stromspar-Tag ein.

Engagiere dich für die Rechte von Mädchen und Frauen.

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

Unterstütze eine öko­logische Land­wirt­schaft, sie schont die Böden.

Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

Informiere dich über Produk­tions­beding­ungen und ent­scheide dich für faire Unter­nehmen.

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Organisiere Stadt­entwicklungs­wettbewerbe.

Werde Förder­mitglied bei Orga­nisa­tionen, die sich für die 17 Ziele einsetzen.

Verzichte auf Plastik­tüten und nimm einen Stoff-Beutel mit zum Einkaufen.

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