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07. September 2026

Der Klimawandel führt weltweit zu häufigeren und intensiveren Hitzeperioden. Besonders stark hiervon betroffen sind Städte. Dort entstehen sogenannte urbane Hitzeinseln, in denen die Temperaturen deutlich höher liegen als im Umland. Die Ursachen sind vielfältig: Asphalt, Beton und andere versiegelte Flächen speichern tagsüber große Mengen an Wärme und geben diese nachts wieder ab. Gleichzeitig fehlen häufig schattenspendende Bäume und kühlende Grünflächen.

Wie groß das Problem inzwischen geworden ist, zeigt der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Demnach sind bereits mehr als 12 Millionen Menschen in deutschen Städten von extremer Hitzebelastung betroffen. Folgen können schwere und tödliche Krankheitsverläufe bei Herzkreislauferkrankungen und bei Atemwegserkrankungen sein. Dies ist besonders der Fall, wenn Medikamente nicht angepasst werden und das Trinkverhalten nicht adäquat ist. Besonders kritisch ist die Situation z. B. in Städten wie Mannheim, Ludwigshafen und Worms, wo ein sehr großer Teil der Bevölkerung in stark belasteten Bereichen lebt. Zu den wichtigsten Ursachen von urbanen Hitzeinseln zählen ein hoher Versiegelungsgrad und ein Mangel an Stadtgrün.

Grünflächen als natürliche Klimaanlagen

Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen städtische Hitzeinseln ist das Schaffen von naturnahen Grünflächen. Bäume, Sträucher und naturnahe Wiesen tragen auf verschiedene Weise zur Kühlung ihrer Umgebung bei bei:

  • Sie spenden Schatten und reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung.
  • Sie verhindern die starke Aufheizung von Böden und Oberflächen.
  • Sie kühlen ihre Umgebung durch die Verdunstung von Wasser über Blätter und Boden.

Wie groß dieser Effekt sein kann, zeigt Abbildung 1 eindrucksvoll. Das linke Bild zeigt eine Grünfläche aufgenommen mit einer normalen Kamera. Auf den ersten Blick erscheint die Vegetation nicht einheitlich im Bewuchs, mit Ausnahme von ein paar gemähten Wegen ähnlich. Das rechte Bild wurde mit einer Wärmebildkamera aufgenommen und macht Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Vegetationen sichtbar.

Während sich der asphaltierte Weg und die kurz gemähten Rasenflächen stark erwärmen und in hellen Farben dargestellt werden, bleiben Bereiche mit höheren bzw. ungemähten Gräsern, Sträuchern und insbesondere Bäumen kühler. Die Vegetation wirkt hier wie eine natürliche Klimaanlage. Besonders die beschatteten Flächen unter den Baumkronen weisen wesentlich niedrigere Temperaturen auf.

Die Bilder verdeutlichen, dass nicht jede Grünfläche die gleiche Kühlwirkung besitzt. Naturnah gestaltete Flächen mit unterschiedlichen Vegetationsstrukturen leisten einen deutlich größeren Beitrag zum Hitzeschutz als intensiv gepflegte Kurzrasenflächen. Gleichzeitig fördern urbane Grünflächen die Artenvielfalt, verbessern die Luftqualität und speichern Niederschlagswasser.

Wie das Projekt „EcoTwin“ urbane Grünflächen unterstützen kann

Damit Grünflächen ihre Kühlfunktion auch in Zukunft erfüllen können, müssen sie gezielt an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden. Genau hier setzt das Forschungsprojekt EcoTwin an.

EcoTwin entwickelt einen Digitalen Zwilling urbaner Grünflächen. Dabei werden Umweltdaten, Sensordaten und Informationen über Vegetation, Boden und Klima zusammengeführt. Auf Grundlage dieser Daten können Grünflächen besser verstanden, bewertet und langfristig optimiert werden. Ziel ist es, Kommunen und Grünflächenämter bei einem nachhaltigen und klimaangepassten Flächenmanagement zu unterstützen.

Auf diese Weise können Grünflächen gezielt so gestaltet werden, dass ihre Ökosystemleistungen langfristig erhalten und verbessert werden. Dazu gehören neben der Kühlwirkung auch die Förderung der Biodiversität, die Speicherung von Kohlenstoff, die Verbesserung der Luftqualität sowie die Rückhaltung von Regenwasser.

Die Aufwertung urbaner Grünflächen ist nicht nur eine lokale Maßnahme zur Klimaanpassung. Sie leistet auch einen direkten Beitrag zu mehreren UN-Nachhaltigkeitszielen. So helfen Grünflächen z.B. dabei, Städte an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die Auswirkungen extremer Hitze zu reduzieren (SDG13). Naturnahe Grünflächen schaffen Lebensräume für Pflanzen, Insekten und andere Tierarten und fördern damit die biologische Vielfalt (SDG15). Darüber hinaus unterstützen grüne Städte auch SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen) sowie SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden).

Jeder zusätzliche Baum, jede entsiegelte Fläche und jede naturnah gestaltete Grünanlage trägt dazu bei, Städte lebenswerter und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Nun stellt sich die Frage, wie wir alle uns daran beteiligen können unsere Umgebung besser an Hitze anzupassen.

Drei Tu-Du's für ein kühleres Stadtklima

1. Flächen entsiegeln und begrünen

Wo immer möglich sollten Asphalt-, Beton- oder Schotterflächen zurückgebaut und durch Vegetation ersetzt werden. Bereits kleine Maßnahmen, also auch in deinem Garten, können die lokale Temperatur senken.

2. Heimische Bäume und Sträucher pflanzen

Schattenspendende Gehölze sind besonders wirksame Klimaschützer. Heimische Arten fördern zusätzlich die Biodiversität und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

3. Stadtbäume bei Trockenstress unterstützen

Gerade junge Bäume leiden während längerer Trockenperioden unter Wassermangel. Durch gezielte  kannst auch du dazu beitragen, dass diese wichtigen Klimaschützer langfristig erhalten bleiben.

Autor*innen Informationen

Dieser Artikel wurde von zwei Mitarbeitern der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg veröffentlicht: Tim Wessel und Martin Hamer.

Klimaschutz, fairer Handel, Flucht und Migration sind Themen, die uns alle angehen. Unser Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften haben unmittelbare, globale Folgen. Daher haben sich die Vereinten Nationen (UN) 2015 zusammengetan und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ins Leben gerufen. Damit sollen Zivilbevölkerung, politische und wirtschaftliche Akteure zu nachhaltigem Handeln motiviert werden.

Die Bildungskampagne #17Ziele verknüpft die Kernbotschaften der Nachhaltigkeitsziele mit der Alltagswelt der Deutschen Zivilbevölkerung und inspiriert durch optimistische und positive Kommunikation zu sozialem, ökologischem und ökonomischen Engagement und Handeln.

Tu Du's

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Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

Kaufe Lebens­mittel für Be­dürf­tige, viele Super­märkte machen regel­mässige Aktionen.

Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

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Verzichte auf Plastik­tüten und nimm einen Stoff-Beutel mit zum Einkaufen.

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Besuche Kleider­tausch­börsen und Second Hand Shops.

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Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

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Gib Sprach- und Integrations­kurse.

Spare Strom, indem du den Stecker bei Produkten ziehst, die du nicht benutzt.

Unterschreibe Petitionen, die nicht-nach­haltige Stadt­entwick­lungs­projekte stoppen.

Trinke Leitungswasser.

Gehe wählen.

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

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Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

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Repariere einen tropfenden Wasser­hahn oder un­dichten Spülkasten.

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Gieße deine Pflanzen mit Regen­wasser.

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Informiere dich über Produk­tions­beding­ungen und ent­scheide dich für faire Unter­nehmen.

Nutze Naturbäder statt chlor­gereinigte Schwimm­bäder.

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Unterstütze eine öko­logische Land­wirt­schaft, sie schont die Böden.

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

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Ich bin Kaia, stell mir eine Frage zu den 17 Zielen!