Schools For Future

Der Weg zu CO2-neutralen Schulen

„CO2-neutrale Schulen müssen ganz oben auf der politischen Agenda stehen!“

Ich bin noch immer total beeindruckt von der Jungendbewegung Fridays For Future. Ihr ist gelungen, was viele Wissenschaftler*innen nicht hinbekommen haben: Durch gute Argumente und eine unglaubliche Mobilisierungskraft haben sie Klimaschutz zum Top-Thema gemacht. In der Folge hat das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung zu mehr Klimaschutz verpflichtet und ganze Wahlen standen im Zeichen des Klimaschutzes.

Schools4Future ist unser Weg, „Danke“ zu sagen und gleichzeitig etwas für das Klima zu tun.

Worum geht es bei „Schools4Future“?

Das neue Klimaschutzgesetz schreibt als Treibhausgasminderungsziel für das Jahr 2030 ein Minus von 65 Prozent gegenüber 1990 vor und bis 2045 soll sogar Treibhausgasneutralität erreicht werden. Wenn also das klare Ziel formuliert ist, dass Deutschland insgesamt treibhausgasneutral werden soll, dann sollten die Schulen hier die ersten und nicht die letzten Einrichtungen sein, an denen die CO2-Emissionen erheblich gesenkt werden. Doch dazu bedarf es deutlich mehr als guten Willen. Es sind erhebliche Investitionen zur energetischen Sanierung der Schulen erforderlich, deren Strom- und Wärmeversorgung zukünftig auf erneuerbaren Energien basieren muss. Schüler*innen und Lehrer*innen muss es möglich sein, klimafreundlich und sicher mit dem Rad zur Schule zu kommen und auch manche Klassenfahrt mit dem Flugzeug nach Spanien gehört auf den Prüfstand. Ein Blick in die Schulkantinen zeigt, dass klimafreundliche, also regionale und saisonale Biokost, die ein gutes Angebot fleischarmer, vegetarischer und veganer Mahlzeiten beinhaltet, noch immer die absolute Ausnahme ist. Es ist also höchste Zeit, unsere Schulen zu klimaneutralen Lernorten zu entwickeln. Schools4Future hilft Euch dabei, den Weg dahin zu gehen.

Welche Rolle können Schulen beim Klimaschutz spielen?

Klar ist, dass Schulen eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele spielen sollten, denn sie legen das Fundament des Wissens für eine verantwortungsvolle nächste Generation. Daher haben Schulen als Institutionen eine besondere Vor- aber auch Leitbildfunktion. Die Ermittlung des eignen CO2-Fußabdrucks kann dabei eine wichtige Voraussetzung sein, um das erhebliche Klimaschutzpotenzial eines typischen Schulbetriebs zu erkennen. Bei Schools4Future werden die Schülerinnen und Schüler direkt in den Bewertungsprozess einbezogen. Wir machen Euch zu Klimaschutzexpert*innen, die den CO2-Fußabdruck der eigenen Schule ermitteln. Ihr erfasst die CO2-Emissionen, die durch Mobilität, Heizung und Stromverbrauch sowie für Essen in der Schulkantine und für Verbrauchsmaterialien (Papier) entstehen. Auch die Nutzung erneuerbarer Energien, etwa durch eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Schuldach, wird bei der Ermittlung der schulbedingten CO2-Emissionen mit betrachtet. Sind die in den unterschiedlichen Bereichen zugeordneten CO2-Emissionen erst einmal erfasst, bietet diese Erkenntnis auch einen konkreten Ansatzpunkt mit dem ihr Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen ergreifen könnt.

Was muss man wissen, um die CO2-Emissionen der eigenen Schule zu ermitteln?

Das im Rahmen von Schools4Future entwickelte CO2-Bewertungstool basiert auf dem weit verbreiteten Office-Programm Excel. Eine Version als google-spreadsheet ermöglicht, dass auch mehrere Schüler*innen zeitgleich an dem Dokument arbeiten können. Das Tool bietet somit optimale Voraussetzungen für die Durchführung komplexer Berechnungen und ermöglicht gleichzeitig eine intuitive Bedienung. Gerade für die Zielgruppe, die Schüler*innen, war es wichtig, dass das Tool an der jeweiligen Schule leicht eingesetzt werden kann, die Handhabung einfach ist und betreuende Lehrer*innen ein vertrautes Programm nutzen können. Alle für die Berechnungen erforderlichen Grundlagen sind in dem Tool hinterlegt. So ist sichergestellt, dass Du am Ende ein wissenschaftlich fundiertes Ergebnis bekommst. Ihr müsst beispielsweise Klassenfahrten erheben, die dabei genutzten Verkehrsmittel, die zurückgelegten Strecken und die Zahl der teilnehmenden Personen. Aus den Angaben werden dann die mit der Fahrt verbundenen CO2-Emissionen ermittelt. Bei der Heizung wird die verbrauchte Menge über einen Zeitraum (meist ein Kalenderjahr) erfragt und der eingesetzte Energieträger. Denn die CO2-Emissionen von Gas, Öl, Fernwärme, Holzpelltes und so weiter sind sehr unterschiedlich. Auch hier werden dann automatisch die mit der Beheizung verbundenen CO2-Emissionen errechnet.

Um das Tool mit Daten zu füttern, könnt ihr Daten vom Schulträger (das sind meist die Städte) bekommen, im Sekretariat und bei den Hausmeister*innen findet man auch viele Daten. Eine kleine Befragung ist nötig um herauszufinden, wie hoch die CO2-Emissionen für den Schulweg sind.

Wo stehen die Schulen beim Klimaschutz?

An sieben Schulen haben Schüler*innen den CO2-Fußabdruck bereits ermittelt und es zeigt sich, dass die Unterschiede sehr groß sind. Pro Schüler*in fallen an der klimafreundlichsten Schule im Projekt nur rund 300 kg CO2 an. Die klimaunfreundlichste Schule verursacht dreimal so viel. Die folgende Abbildung macht die Unterschiede deutlich. Da kannst Du beispielsweise an Schule 6 sehen, dass die Schüler*innen viel klimafreundlicher zur Schule kommen, als die Lehrer, die oft ein Auto nutzen. An der Schule sind die CO2-Emissionen der Lehrer*innen deutlich höher als die der Schüler*innen und das, obwohl es rund zehnmal mehr Schüler*innen als Lehrer*innen gibt. An Schule 4 siehst Du, dass die Stadt dringend das Schulgebäude sanieren muss, weil ganz viel Wärmeenergie und Strom verschwendet wird.

Vom Wissen zum Handeln. Wie soll das gehen?

Klar, wenn ihr den CO2-Fußabdruck der eigenen Schule kennt, habt ihr noch kein einziges Gramm klimaschädliches CO2 eingespart. Ihr wisst aber, wo man ansetzen kann. Ihr könnt in der Schule eine Kampagne starten, damit mehr mit dem Fahrrad gefahren wird und ihr habt gute Argumente, um deutlich zu machen, dass eure Schule saniert werden muss. Auf einem Schulklimaschutzgipfel könnt ihr beispielsweise Politiker*innen und die Stadtwerke überzeugen, dass eure Schule eine bessere Heizung braucht, Fenster erneuert sowie Dach und Fassade gedämmt werden müssen oder eine Solaranlage auf das Schuldach soll. So hat es beispielsweise eine Schule in Ronsdorf gemacht.

 

Weitere Informationen zum Projekt Schools4Future findet ihr hier.

 

Verfasser

Oliver Wagner, Wuppertal Institut

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