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Endlich Urlaub! Keine Termine, keine To-do-Listen, keine Meetings, kein ständiges Funktionieren. Mindestens einmal im Jahr brauchen wir eine längere Auszeit vom Alltag. Erholung suchen wir gern weitab von Zuhause. Egal, ob Strandurlaub oder Städtetrip, Campingplatz oder Wellnesshotel: Reisen eröffnen neue Perspektiven und schaffen Erinnerungen. Jede Reise hinterlässt Spuren – positive, aber auch negative.

Aufschwung: Reiselust wächst weltweit

Mehr als 1,5 Milliarden internationale Übernachtungsgäste hat die Welttourismusorganisation (UN Tourism) 2025 gezählt – fast 60 Millionen mehr als 2024. Damit wächst die Reisebranche wieder so stark wie vor der Corona-Pandemie.

Wichtigste Zielregion ist weiterhin Europa, das im vergangenen Jahr von fast 800 Millionen Menschen besucht wurde. Aber auch die afrikanischen Staaten werden immer beliebter (+8%). Ägypten, Marokko und Südafrika konnten ihre Gästezahlen 2025 zweistellig steigern.

Bei uns in Deutschland haben 2025 rund 80 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Urlaubsreise von fünf Tagen oder mehr unternommen. 78 Prozent der Reisen führten ins Ausland, vor allem in die Mittelmeerländer Spanien, Türkei, Italien und Griechenland.

SDGs: Tourismus hat Einfluss auf alle Nachhaltigkeitsziele

Nur wenige Wirtschaftszweige wachsen so schnell wie die Reisebranche: 2024 stieg ihr Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt auf 3,5 Prozent; weltweit waren etwa 173 Millionen Menschen in diesem Bereich beschäftigt. In ihren Ferienorten haben Touristinnen und Touristen 2025 geschätzte 1,9 Billionen US-Dollar ausgegeben.

Tourismus hat das Potenzial, die Wirtschaft zu beleben, Arbeitsplätze zu schaffen, soziale Ungleichheiten zu verringern und kulturelle sowie ökologische Nachhaltigkeit zu fördern, heißt es in einem Bericht von UN Tourism. Er ist damit ein wichtiges Instrument, um die SDGs zu erreichen.

Konkret benannt wird Tourismus in SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) und SDG 14 (Nachhaltige Nutzung der Ozeane und Meeresressourcen). Da er jedoch in viele Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche hineinspielt, hat er Einfluss auf praktisch alle Nachhaltigkeitsziele. Tourismus kann zum Beispiel auch die Gleichstellung der Geschlechter unterstützen (SDG 5), zum Klimaschutz beitragen (SDG 13) sowie Toleranz und interkulturelles Verständnis stärken (SDG 16).

Um entsprechende Initiativen zu fördern, haben die Vereinten Nationen 2027 zum Internationalen Jahr des nachhaltigen und krisenfesten Tourismus erklärt.

Fernweh mit Folgen: Urlauberansturm führt zu Übertourismus

Voraussetzung für eine positive Wirkung des Tourismus ist ein verantwortungsvolles Management. Denn auch die hässliche Seite unserer Reiselust zeigt sich auf der ganzen Welt: Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe stoßen massenhaft Treibhausgase und andere Schadstoffe aus, Traumstrände werden mit Hotelanlagen zugebaut, Straßen reißen Schneisen in Schutzgebiete. In den Städten werden immer mehr Wohnungen in Feriendomizile umgewandelt, in vielen Urlaubsregionen gibt es zu wenig Trinkwasser und zu viel Müll. „Geheimtipps“ werden tausendfach über Social Media geteilt. Allzu oft geht unser Vergnügen also auf Kosten von Natur, Kultur und lokaler Bevölkerung.

Um den Tourismus nachhaltiger zu gestalten, müssen alle mitmachen: Reisende, Reiseanbieter und Zielregionen.

Kurz erklärt: Was ist nachhaltiger Tourismus?

Ein Tourismus, der seine gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen umfassend berücksichtigt und den Bedürfnissen der Besucher, der Branche, der Umwelt und der gastgebenden Gemeinden gerecht wird.“

Definition von UN Tourism

Nachhaltiger Tourismus ist also nicht nur Freizeit und Erholung, sondern vor allem eine Frage von Verantwortung: Er soll Menschen vor Ort nutzen und Natur und Klima möglichst wenig belasten.

Jede*r Einzelne kann etwas dafür tun, dass unser Urlaub nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt geht. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt:

Vor der Reise:

  • Triff eine bewusste Wahl: Wo möchte ich hin? Warum eigentlich? Und ist meine Wunschreise ökologisch vertretbar? Es gibt diverse Online-Portale, auf denen man seinen CO2-Ausstoß berechnen kann, zum Beispiel bei myclimate, Klima-Kollekte oder Atmosfair.
  • Wähle öfter mal Reiseziele in der Nähe. Auch Deutschland hat viele schöne Ecken. 😉
  • Suche gezielt nach Reiseanbietern mit verbindlichen Umwelt- und Sozialstandards. Reiseveranstalter, die Nachhaltigkeit zum Geschäftsprinzip erklärt haben, findest du zum Beispiel hier.
  • Wenn du eine Auslandsreise planst: Informiere dich über die Geschichte, Kultur, Natur deines Reiselandes, außerdem über die aktuelle Politik sowie Gesundheits- und Hygienebedingungen. Guck dir nicht nur Werbung, sondern auch kritische Beiträge an.

Auf dem Weg

  • Reise, wenn möglich, mit dem Zug, Bus, mit mehreren Leuten im Auto oder mit dem Fahrrad
  • Vermeide Flugreisen und Kreuzfahrten.
  • Verreise lieber länger und dafür seltener. „Je weiter weg, desto länger vor Ort“ lautet die Faustregel für weniger Emissionen und mehr Erholung.

Vor Ort

  • Verhalte dich im Urlaub mindestens so umweltfreundlich wie zu Hause.
  • Stelle sicher, dass dein Geld bei der lokalen Bevölkerung ankommt:
    Übernachte möglichst in kleinen, inhabergeführten Unterkünften.
    Buche Besichtigungstouren bei einem örtlichen Guide.
    Teste die lokale Küche.
    Nutze lokale oder regionale Verkehrsmittel wie öffentliche Busse, Tuk-Tuks oder Taxis.
    Unterstütze das lokale (Kunst)Handwerk und zahle faire Preise.
  • Nimm Rücksicht auf sensible Lebensräume, Tiere und Pflanzen. Kauf keine Souvenirs aus gefährdeten Tier- oder Pflanzenarten und keine geschützten Kulturgüter.
  • Begegne den Menschen vor Ort respektvoll und auf Augenhöhe. Respektiere landestypische Sitten und Gebräuche. Frag immer um Erlaubnis, bevor du Menschen fotografierst.

Für mehr Inspiration und Anregungen, folge uns auf Instagram @17Ziele.de

TU DU's zu Ziel 8 © 17Ziele

Dieser Artikel wurde vom Redaktionsbüro SINNTHESE verfasst und am 17. Juli 2026 veröffentlicht.

Klimaschutz, fairer Handel, Flucht und Migration sind Themen, die uns alle angehen. Unser Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften haben unmittelbare, globale Folgen. Daher haben sich die Vereinten Nationen (UN) 2015 zusammengetan und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ins Leben gerufen. Damit sollen Zivilbevölkerung, politische und wirtschaftliche Akteure zu nachhaltigem Handeln motiviert werden.

Die Bildungskampagne #17Ziele verknüpft die Kernbotschaften der Nachhaltigkeitsziele mit der Alltagswelt der Deutschen Zivilbevölkerung und inspiriert durch optimistische und positive Kommunikation zu sozialem, ökologischem und ökonomischen Engagement und Handeln.

Tu Du's

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Gehe wählen.

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Spende alte Lehrbücher oder Bücher.

Engagiere dich für die Rechte von Mädchen und Frauen.

Kaufe Lebens­mittel für Be­dürf­tige, viele Super­märkte machen regel­mässige Aktionen.

Gehe Blut spenden.

Fordere öffentliche Insti­tu­tionen wie Uni­ver­sitä­ten und Bi­blio­the­ken auf, jedem einen Internet­zugang zu ermöglichen.

Organisiere Stadt­entwicklungs­wettbewerbe.

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Unterstütze Organi­sationen, deren Ziel sauberes Wasser für alle ist.

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Kaufe regionale Produkte.

Unterschreibe Petitionen, die nicht-nach­haltige Stadt­entwick­lungs­projekte stoppen.

Repariere einen tropfenden Wasser­hahn oder un­dichten Spülkasten.

Unterstütze eine öko­logische Land­wirt­schaft, sie schont die Böden.

Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

Informiere dich über Produk­tions­beding­ungen und ent­scheide dich für faire Unter­nehmen.

Werde Förder­mitglied bei Orga­nisa­tionen, die sich für die 17 Ziele einsetzen.

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Mache Druck bei Politikern.

Organisiere und engagiere dich z.B. in Gewerk­schaften.

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Achte beim Einkauf auf biolo­gisch und nach­haltig erzeugte Produkte.

Besuche Kleider­tausch­börsen und Second Hand Shops.

Trinke Leitungswasser.

Spare Strom, indem du den Stecker bei Produkten ziehst, die du nicht benutzt.

Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Nutze Splitt statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere.

Führe einen Stromspar-Tag ein.

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

Unterstütze Projekte, die sich gegen Genital­verstüm­melung einsetzen.

Beteilige dich an Crowd­sourcing-Aktionen.

Iss öfter vegetarisch und redu­ziere deinen Fleisch­konsum.

Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Wechsel noch heute zu einem Öko­strom­anbieter.

Verzichte auf Plastik­tüten und nimm einen Stoff-Beutel mit zum Einkaufen.

Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

Spende alte Fahrräder.

Tritt für bessere Bezahlung von Pflege­kräften ein.

Gib Sprach- und Integrations­kurse.

Melde dich als freiwilliger Vorleser beim Netzwerk „Vorlesen".

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

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