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Ein Krankenhausaufenthalt kann für viele Familien im Globalen Süden zur Katastrophe werden. Eine Operation, Medikamente oder mehrere Tage stationäre Behandlung reichen oft aus, um Haushalte in die Verschuldung zu treiben.

Um genau das zu verhindern, wollen die Vereinten Nationen mit dem Nachhaltigkeitsziel 3 "Gesundheit und Wohlergehen" erreichen, dass alle Menschen Zugang zu Gesundheitsversorgung erhalten – ohne dadurch finanziell belastet zu werden. Das dafür zuständige Unterziel 3.8 wird als „Universal Health Coverage“ bezeichnet. Doch Evidenz aus vielen Ländern zeigt: Eine reine Absicherung stationärer Aufenthalte reicht noch nicht aus.

Krankenversicherung als erster Baustein

Ein Beispiel dafür ist Pakistan. In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurde in den vergangenen Jahren eine staatlich finanzierte Krankenversicherung aufgebaut, die große Teile der Bevölkerung gegen hohe Kosten im Krankenhaus absichert. Für viele Familien ist das ein enormer Fortschritt. Die eigentliche Versorgungslücke liegt jedoch oft woanders. Denn die meisten Gesundheitsausgaben entstehen nicht im Krankenhaus, sondern im Alltag: beim Arztbesuch, für Medikamente oder diagnostische Untersuchungen. In Pakistan entfallen mehr als 70 Prozent solcher privater, aus eigener Tasche bezahlter Gesundheitsausgaben auf diese ambulante Versorgung (Pakistan Bureau of Statistics, 2023; Shaukat et al., 2024).

Ambulante Versorgung bleibt eine Herausforderung

Gerade arme Haushalte verzichten deshalb häufig auf frühe Behandlung oder verschieben Arztbesuche so lange, bis Krankheiten schwerwiegend werden. Was zunächst Geld spart, führt später oft zu höheren Kosten – für Familien ebenso wie für das Gesundheitssystem. Ein teures Krankenhaus wird so oft zur ersten und einzigen Anlaufstelle für Patienten. Diese Ausrichtung auf Kliniken verschärft bestehende Ungleichheiten: Während sich von der Krankenversicherung unterstützte Krankenhäuser in dicht besiedelten städtischen Gebieten befinden, leben gerade die am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen in abgelegenen ländlichen Gebieten, wo Krankenhäuser schlichtweg fehlen (Khan et al., 2023).

Die Bedeutung wohnortnaher Gesundheitsdienste

Dabei ist seit Langem bekannt, wie wichtig eine gute lokale Gesundheitsversorgung ist. Bereits die Almaty-Deklaration von 1978 betonte die Bedeutung wohnortnaher Gesundheitsdienste, Prävention und früher Behandlung. Gesundheit beginnt nicht erst im Krankenhaus. Besonders sichtbar wurde dies nach den verheerenden Überschwemmungen in Pakistan im Jahr 2022. Viele lokale Gesundheitseinrichtungen fielen aus, gleichzeitig breiteten sich Infektionen, wasserbedingte Krankheiten und Mangelernährung aus (Iqbal et al., 2023). Große Krankenhäuser allein konnten diese Krise nicht auffangen, da sie für die betroffene Landbevölkerung durch zerstörte Infrastruktur oft unerreichbar und ohnehin nicht für flächendeckende Prävention ausgelegt waren.

Immer mehr Länder stehen deshalb vor derselben Frage:

Wie lässt sich soziale Gesundheitsversorgung so organisieren, dass arme Menschen nicht erst Hilfe erhalten, wenn Krankheiten lebensbedrohlich werden?

Auf dem Weg zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung

Pakistan versucht inzwischen, diese Lücke stärker zu schließen – etwa durch neue Programme zur Absicherung ambulanter Versorgung für besonders arme Haushalte. Denn echte Gesundheitsversorgung bedeutet mehr als ein Bett im Krankenhaus. Sie beginnt dort, wo Menschen frühzeitig Hilfe erhalten können – unabhängig von Einkommen oder Wohnort.

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TU DU's zu Ziel 3 © 17Ziele

Dieser Artikel wurde von Zharas Aitmambet und Prof. Dr. Simona Helmsmüller verfasst und am 19. Juni 2026 veröffentlicht.

Klimaschutz, fairer Handel, Flucht und Migration sind Themen, die uns alle angehen. Unser Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften haben unmittelbare, globale Folgen. Daher haben sich die Vereinten Nationen (UN) 2015 zusammengetan und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ins Leben gerufen. Damit sollen Zivilbevölkerung, politische und wirtschaftliche Akteure zu nachhaltigem Handeln motiviert werden.

Die Bildungskampagne #17Ziele verknüpft die Kernbotschaften der Nachhaltigkeitsziele mit der Alltagswelt der Deutschen Zivilbevölkerung und inspiriert durch optimistische und positive Kommunikation zu sozialem, ökologischem und ökonomischen Engagement und Handeln.

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